Immer mehr Schulen fragen nach Autorenlesungen zum Thema Mutproben

 

Erfolgreiche Leseförderung in den Berufsorientierungsschulen

 

Literaturstunde am Berufskolleg Essen-Mitte

 

 

Mit Mutproben kennen sich fast alle aus, aber in dieser Woche standen Mutproben das erste Mal ganz offiziell auf dem Stundenplan. 

 Bisher war ihre Schullaufbahn nicht immer so besonders erfolgreich, daher bekommen die vornehmlich männlichen Schüler am Berufskolleg die Gelegenheit ihren Schulabschluss nachholen.

 

Alle Schüler hören gespannt zu. Da funktioniert das Kopfkino besser als jede DVD oder Computerspiel.

Zwischen den Leseabschnitten diskutieren die Schüler mit der Autorin über Gründe, warum Jugendliche Mutproben begehen.

 

Die Jugendbuchautorin Barbara Kieper besuchte an drei Tagen das Berufskolleg Essen-Mitte an der Schwanenkampstraße. Damit will sie auch den leseungeübten Schülern nicht nur die Freizeitbeschäftigung des Lesens ein wenig näher bringen, sondern vor allem mit ihnen über die Vielfalt von Mutproben sprechen. Unmöglich? Nein, ganz im Gegenteil. Das Publikum, was sich ihr präsentiert ist gemischt, vor allem aber multikulturell. Doch das Thema der Leseveranstaltungen lässt die unterschiedlichen Herkunftsländer schnell vergessen. Mutproben kennt man im Libanon ebenso wie in Russland und der Türkei.

Gemeinsam finden sie heraus,  dass es in der Natur der Dinge liegt, denn Jugendliche suchen die Herausforderung, die Bestätigung, besonders in der Zeit, wenn sie in der Übergangsphase vom Kind zum Erwachsenen sind. Oft jedoch schätzen sie das Risiko falsch ein, glauben es liegt in erster Linie darin, erwischt zu werden. An die mitunter lebensgefährlichen Situationen, wie beispielsweise beim Graffitisprayen von einem vorbeirasenden Zug erfasst zu werden oder an Starkstromleitungen an Gleisanlagen zu gelangen, nehmen sie mehr oder weniger achselzuckend hin, denn, so meinen sie, passiert das immer nur „den anderen“. Als die Schüler jedoch von der hohe Zahl der Verunglückten erfahren, werden sie nachdenklich.

 

 

Was kann man dagegen unternehmen, überlegen die Schüler des Berufskollegs. Gemeinsam mit der Autorin kommen sie zu dem Ergebnis, es muss nicht immer S-Bahnsurfen, Carrafting oder Balancieren auf Brückengeländern sein. Wenn man glaubt, einen Adrenalinschub zu brauchen, stehen auch ganz legale Aktivitäten zur Verfügung, Extremsportarten zum Beispiel. Sofort sind einige Jungen Feuer und Flamme fürs Fallschirmspringen, doch als sie sich vorstellen, das erste Mal an der offenen Flugzeugtür zu stehen und in die Tiefe zu springen, zögern sie doch und wollen sich lieber erst einmal genau erklären lassen, wie das Fallschirmspringen funktioniert.

 

I