Rezensionen
Rezension von Lisa auf
swr3 - Barbara Kieper: Komasurfen
- „Die Droge aus der Steckdose“
Im gerade erschienen Jugendbuch von Barbara Kieper geht es um Computerspielsucht. Wenn sich dazu dann auch noch ein Amokläufer gesellt, bleibt die Spannung nicht aus.Der Roman startet mit einem Paukenschlag. Wie im Krimi geschieht eine grausame Tat. Dann Cut! Der Blick fällt auf die Protagonisten. Fabians Eltern sind gut betuchte Leute, deshalb hat er immer die neuesten Computerspiele. Das kann Lisa von ihrer Familie nicht gerade behaupten und mit Computerspielen hat sie auch nichts am Kopf. Felix? Eltern machen sich Sorgen, dass ihr Sohn vom täglichen Computerspiel süchtig wird. Connys Mutter meint als Lehrerin, das der Umgang mit dem Computer selbstverständlich werden muss und tägliches Spielen bis zu zwei Stunden völlig in Ordnung ist. Sie gibt auch gerne Hausaufgaben auf, die Recherchen im Internet verlangen. Doch nicht alle Schüler verfügen über einen Computer mit Internetzugang. Christians Eltern weigern sich sogar beharrlich, Ihren einzigen Sohn dem Teufelsding Computer zu opfern.
Auf einem Nebenschauplatz lässt ein Amoklauf die Jugendlichen aufschrecken. Die 16jähigen glauben, dass sie mit dem Vorfall nichts am Hut haben, bis einer von ihnen eine Todesdrohung erhält. Langsam erkennen sie, dass leichtsinnige Kontakte im Internet folgenschwere Verknüpfungen aufgedeckt haben. Auf einmal geht es um Leben und Tod und der Leser fragt sich, ob es weitere Opfer geben wird oder die Polizei den Wahnsinnigen noch stoppen kann?
Seite um Seite wird klarer, dass einer der Jungen sich verändert hat. Er kommt kaum noch zur Schule, weil er sich von seinem Computer nicht mehr trennen will. Die Eltern sind hilflos und haben sogar schon resigniert. Erst als die Mitschüler hautnah erleben, wozu er fähig ist, wenn ihm die Droge nicht zur Verfügung steht, beschließen sie zu handeln.
Eine Sucht ist oft nicht nur für den Betroffenen sondern auch für dessen Familie ein langer Leidensweg und Entzug ist fast immer sehr mühsam und nicht selbstverständlich von Erfolg gekrönt. So ist es auch bei der Computerspielsucht. In der virtuellen Welt kann der Spieler problemlos eine neue Identität annehmen. Anfangs bemerkt er die Sucht nicht. Er leidet auch nicht unter ihr. Ganz im Gegenteil, er fühlt sich frei wie nie zuvor. Frei von allen gesellschaftlichen Zwängen, frei von den ständig nervenden Eltern, frei von ungerechten Lehrern. Warum sollte er aufhören zu spielen?
Eine
Buchbesprechung der Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien
der GEW, AJUM, von März 2008
Rezensent: bnm, Niedersachsen
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Eine
Buchbesprechung der |
Kai
wiederholt die Klasse und ist älter als seine neuen Mitschüler. Er gründet
bald die Bande "Die Dangers, deren selbstverständlicher Chef er ist. Wer
mitmachen darf, entscheidet Kai, eine Mutprobe für jeden Neuling ist
Pflicht: einen Edding-Strich an einen vorbei fahrenden Zug zeichnen * über
eine viel befahrene Autobahnstraße bis zum Mittelstreifen zu rennen - und
zwar, wenn Kai sagt: Jetzt!
Die Jungen der Klasse reißen sich darum, mitmachen zu dürfen. Alte
Freundschaften zerbrechen, die beiden Freunde von Dustin sind in der Bande,
er ist allein. Soll er auch mitmachen? Die erste Mutprobe misslingt, aber er
erhält eine weitere Chance. Beim Überqueren der Autobahn wird er angefahren,
liegt blutüberströmt auf dem Mittelstreifen.
Es stellt sich heraus, dass der "coole Bandenchef" in Wirklichkeit ein armer
Junge ist: Reiche Eltern, Vater immer fort, Mutter hat wechselnde Liebhaber,
der Sohn wird statt mit Liebe mit Geld abgefunden. Seine Coolness ist eher
gespielt, sein Mann für die Drecksarbeit ("Jeder sollte einen Polen haben.")
ist Richard. In Wirklichkeit mag er Richard, und die Sorge um ihn ist es
auch, die in ihm einen Wandel bewirkt.
Als Gegenpol zur Gang beginnt der Vertrauenslehrer Buchmann ein
Musikprojekt, das viele Bandenmitglieder abzieht und Kai mehr und mehr
isoliert. Am Ende muss sich Kai entscheiden.
Neben den geschilderten gibt es Nebenhandlungsstränge, die die Charaktere
lebhaft werden lassen. Ein wenig zu einfach scheint der Schluss zu sein, als
sich alle Probleme reibungslos und einfach auflösen. Ja, man wird noch daran
arbeiten müssen, aber wir sind uns sicher, dass alles gut wird.
Sieht man von dem "happy end" ab, ein wirklich spannendes und realitätsnahes
Buch, das vielen Kindern Strukturen aufzeigt - und wie man sie vermeiden
oder durchbrechen kann. Als Klassenlektüre für Schüler einer achten oder
neunten Klasse sehr geeignet.
Bewertung: empfehlenswert
Rezension vom 28. März 2008 von Ruth Kaminski
Lehrerin für Deutsch und Geschichte an der Sekundarschule
Mit meiner 6. Klasse habe das Buch von Barbara Kieper „Sei doch keine Lusche“ im Deutschunterricht besprochen. Ursprünglich war es meine Intension eine andere Mutprobengeschichte zu besprechen, doch schlug einer meiner Schüler mir das, bis dahin unbekannte Buch vor. Er hatte davon durch seinen Cousin in Essen erfahren, der wohl eine Leseveranstaltung mit der Schule in seiner Stadt besucht hatte.
Zunächst skeptisch las ich die Geschichte von Kai und seiner Clique, doch dann konnte sie mich schnell überzeugen und ich habe mich auf die neue Lektüre für den Unterricht eingestellt. Ich bereue es nicht, denn die Geschichte hat mit der Kürze des Textes (138 Seiten) und den schnell aufeinanderfolgenden Handlungen die Schüler motivieren können, die agierenden Personen zu entdecken und die Gesamtproblematik zu erfassen. Die geschilderten Episoden sind zeitnah, so dass sich die Schüler direkt angesprochen fühlten, die Jungen ebenso wie die Mädchen.
Wir haben die Gefahr der geschilderten Mutproben erörtert und nach alternativen Herausforderungen für Jugendliche gesucht. Als wir die einzelnen Figuren besprochen hatten, war die Beteiligung im Unterricht groß, was ich darauf zurückführe, dass die meisten Schüler sich gut in die Rollen hineinversetzten konnten
Neben den Hauptakteuren, Kai, Christin und Dustin wurde auch Tim besonders erwähnt, der die Schüler repräsentiert, die sich nicht von Kais Sprüchen blenden lassen und dennoch eine Herausforderung im Jugendalter gefunden habe. Es spricht auch in besonderer Weise für die Geschichte, dass ein Mädchen die eigentlich wichtigste Figur spielt, besonders da man zunächst meinen könnte, es handelt sich um eine reine Jungengeschichte.
Den Lösungsvorschlag für Kais weiteren Lebensweg sehe zwar gelungen, doch für die Schüler waren die Sitzungen mit dem Sozialarbeiter weniger interessant. Dennoch glaube ich, ist es wichtig, dass den Schülern aufgezeigt wird, dass man bei anhaltenden Familienproblemen den Rat eines Dritten suchen sollte, anstelle aus Sorge vor den Nachbarn seinen vermeintlichen Leidensweg alleine weiterzugehen.
Das Ergebnis der Handlung ist positiv, was in der Realität leider nur selten der Fall ist. Ich finde es dennoch gelungen, da es den Leser motiviert selber einen Ausweg in einer vielleicht hoffnungslos erscheinenden Lebenssituation zu suchen. Die Geschichte endet daher nicht in der Hoffnungslosigkeit, was ich in der heutigen Zeit für besonders wichtig erachte.
http://www.westropolis.de/leser/stories/6407/
Barbara Kieper, Sei doch keine Lusche
Mutproben enden oft tödlich
21.06.07
Jährlich sterben über 1000 Jugendliche bei Mutproben!
Dies ist ein Thema für Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen. Die Autorin Barbara Kieper hat einen Roman zu diesem Thema verfasst. Kai ist einer der Protagonisten des Werkes. Er hat aus Langeweile und Überdruss eine Clique gegründet. Wer hinein will, muss sich mit einer Mutprobe beweisen. Alle sind von Kai begeistert oder tun zumindest so. Niemand mag gegen den Großkotz den Mund aufmachen. Christin, Kai's Freundin hat irgendwann genug und probt den Aufstand. Für Kai etwas völlig neues.
Als Dustin in die Gruppe will, setzt Kai dessen Leben aufs Spiel. Jetzt herrscht Alarmstimmung! Elternhaus und Lehrer sind zunächst hilflos. Die Jugendlichen benötigen eine Alternative. Das ist die Meinung des Lehrers "Buche". Er schafft es mit der Neugründung einer Jugendband.
Kai steht plötzlich alleine da. Alle scheinen sich von ihm abzuwenden. Ein Sozialarbeiter wird eingeschaltet.
Im Buch wird eine glaubhafte Perspektive für alle Beteiligten aufgebaut. Dies ist der Knackpunkt der Geschichte. Würde alles im Desaster enden, wäre nicht nur der Leser frustriert. Nein, es würde auch Hoffnungslosigkeit aufkommen. Schließlich sollen doch die Jugendlichen Leser motiviert werden, für sich selbst nach einer Perspektive zu suchen.
Immer mehr Kinder und Jugendliche leben im Heim oder bei Pflegefamilien, immer mehr Eltern sind auf Erziehungshilfen angewiesen. Daher soll auch die im Buch angebotene Lösungsmöglichkeit unterstreichen, dass aussichtslos scheinende, schulische oder familiäre Probleme letztendlich nicht hingenommen werden müssen, weil beispielsweise die Scham vor den Nachbarn mehr wiegt als Hilfe bei Jugendämtern zu suchen. Für den Leser wird letztendlich eine positive Kehrtwende ersichtlich, auch wenn dies nicht von heute auf morgen erreicht werden kann.
Das Buch ist eine Empfehlung für Jugendliche und Erwachsene. Der Stil des Buches ist zwar locker, hält den Leser trotzdem fest und fesselt von der ersten Seite an.
Rezension von 14.Juni 2007 Bücher bei SWR3
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Sei doch keine Lusche |
„Gefährliche
Mutproben“
Über 1000 Jugendliche sterben jährlich bei Mutproben.
Kai hat aus Langeweile und Verdruss über sein verkorkstes Elternhaus eine
Clique gegründet, die "Dangers". Jeder der mitmachen will, muss eine
Mutprobe ablegen. Das findet Kai cool. Auch Dustin will in die Gruppe. Beim
ersten Mal versagt er. Gönnerhaft gewährt ihm Kai eine zweite Chance.
Christin, Kai's Freundin durchschaut das Spiel. Sie wehrt sich und es sieht
so aus, als würde die Freundschaft daran zerbrechen. Dustin besteht zwar die
zweite Mutprobe, aber er riskiert sein Leben. Die Lehrer und Eltern sind
schockiert und ratlos. Schließlich ist es der Lehrer "Buche" der es schafft,
den Jugendlichen eine echte Alternative zu bieten. Kai sieht sich dadurch
isoliert und dreht durch. Ein Sozialarbeiter schaltet sich ein.
Die Geschichte ist so spannend geschrieben, dass sie in einem Rutsch gelesen
werden kann. Hätte der Roman in einem Desaster geendet, dann wäre der Leser
eher ratlos und enttäuscht zurückgeblieben. Dabei belässt es die Autorin
aber nicht. Sie baut eine Perspektive auf und zeigt einen Weg, der
schließlich zur Lösung führen kann.
Rezension vom 2.11.2006 von Rosi Kanzelmeyer, San Francisco, Sekretärin für eine deutsche Firma in Kalifornien von 1978 bis 1999 - lebt mit amerikanischem Mann im Großraum San Francisco, hat eine verheiratete Tochter und zwei Enkelkinder
Zum Inhalt:
Die deutsche Familie Kranenfuß, Vater Peter, Mutter Sabine, Tochter Katrin (10 J.) und Sohn Björn (13 J.) werden von einem längst vergessenen Onkel, der nun verstorben ist, zu einer Reise durch Kalifornien und Nevada eingeladen, um am Schluss eine bis dahin unbekannte Erbschaft anzutreten.
Meine Beurteilung: besonders empfehlenswert
Die Geschichte spielt auf drei Ebenen.
Die Briefe sind inhaltlich umfangreich recherchiert und spiegeln im Stil und in der Sprache das Zeitalter wieder, in dem der Onkel gelebt hat. Da die Briefe sich zwar durch das gesamte Buch ziehen aber immer nur partiell auftauchen, lassen sie den Leser die Zeit von 1930 – 2000 in den USA leichter verdauen und geben eine gute Gelegenheit, diesen Teil der amerikanischen Historie zu beleuchten. Onkel Willi teilt in einem klaren und keineswegs theatralischem Stil seine außergewöhnliche Biografie mit. Wegen seiner Idee, seinen Erben nach seinem Tod eine Reise zu den wichtigsten Orten seines Lebens zu organisieren, kommt man ihm näher und er gewinnt an Sympathie. Onkel Willis Briefe überzeugen durch die konsequente Einhaltung einer einzigen Erzählperspektive. Das macht die Briefe besonderes glaubwürdig. Dass es in Onkel Willis Lebensgeschichte schon fast ungewöhnlich viele traurige Zufälle gegeben hat, liegt wohl auch an der Zeit, in der er gelebt hat und in der in Europa viele Menschen weitaus Schlimmeres erlebt haben.
Da die Geschichte auf drei Ebenen spielt, muss der Leser stets aufmerksam bleiben. Manchmal wünscht er sich vielleicht von dem ein oder anderen Erzählstrang gerade mal wieder mehr zu erfahren, da wechselt die Geschichte bereits zum nächsten. Doch findet man sich schnell in der anderen Ebene ein. So bleibt die Geschichte jedenfalls abwechslungsreich und spannend.
Bei den Mitgliedern der Familie Kranenfuß muss sich der Leser mit dessen jeweiligem Gefühlsleben auseinandersetzten und die verschiedenen Eindrücke des unbekannten Landes in sich aufnehmen. Jeder geht mit der Reise anders um, jeder beurteilt die amerikanischen Lebensbedingungen anders und jeder versucht sie auf seine Art und Weise zu verstehen. Der Leser erwartet daher wohl auch vergebens nach einer exakten Definition oder Lobpreisung und Beschreibung der bekannten Reiseziele. Das ist wohl auch nicht der Sinn des Buches. Will der Leser über Letzteres etwas erfahren, sollte er sich lieber einen Reiseführer kaufen. Dennoch konnte sich die Autorin offensichtlich nicht von einer Liebeserklärung an San Francisco freisprechen, was ich sehr gut verstehen kann. Interessant finde ich auch, dass die Familie gängige Klischees über Kalifornien bestätigt, was dem ein oder anderen sicher nicht gefallen wird. Doch wer das nicht versteht, war vermutlich auch noch nie in Kalifornien. Die Oberflächlichkeit der Amerikaner sollte zwar nicht verallgemeinert werden, aber es ist eine gängige Form freundlich und kommunikativ zu sein, ohne daraus gleich eine tiefere Deutung über die Wertschätzung des anderen abzuleiten, wie es besonders Deutsche gerne tun.
Die Geschichte ist ein gelungener Versuch, Deutschland und die USA, besser gesagt Kalifornien, zu vergleichen. Jedes Resultat wäre störend und falsch, da es immer vom Betrachter und natürlich vom seinem Standpunkt abhängt.
Rezension vom 29.9.2006 von Maximilian van der Hook, Schüler, 12 Jahre
http://www.learn-line.nrw.de/angebote/buchbasar/details.jsp?id=1506
Björns und Katrins Vater bekommt einen Brief von Lou Roth aus L.A.: Onkel Willi ist gestorben und hat dem Vater etwas hinterlassen, aber keiner weiß was. Bevor die Familie es erfährt, muss sie auch erst mal eine Reise durch Kalifornien machen. Björn ist begeistert, Katrin eher besorgt, ob auch alles mit rechten Dingen zugeht. Denn wohin es geht, weiß nur Onkel Willi. Dafür hat er Briefe hinterlassen, in denen er bestimmt, wo die Reise hingeht. Und dann taucht da auch noch so eine komische deutsche Familie auf, die eigenartigerweise die gleiche Reiseroute hat. Björn macht sich Sorgen und vermutet, die sind hinter ihrem Erbe her. Lustig fand ich Stellen wie diese:" Da kann man mal wieder sehen, wie gut in Amerika alles organisiert ist. Sogar die Erdhörnchen halten sich daran, dass die Pizzeria ein Selbstbedienungsrestaurant ist."Das Buch ist etwas für Leser, die sich für die weite Welt interessieren und natürlich für Amerika. Es macht allerdings ernüchternd klar, dass in Amerika gar nicht alles so rosig ist, wie man es sich manchmal vorstellt. Vermutlich fand ich auch gerade deshalb das Buch an einigen Stellen ziemlich witzig.
Rezension von Sabrina Fischer vom 22. September 2006, 15 Jahre, Schülerin
http://www.learn-line.nrw.de/angebote/buchbasar/search.jsp
In diesem Buch geht es um die deutsche Familie Kranenfuß, die unerwartet vor den Ferien einen Brief aus Amerika bekommt und zur Testamentseröffnung von Onkel Willi eingeladen wird. Die Familie muss aber zunächst eine vorgeschriebene Reise durch den Westen der USA machen, weil sie sonst das Erbe nicht bekommt. Die Hauptpersonen sind die Geschwister Björn, 13, und Katrin, 10, die sich Amerika ganz anders vorgestellt haben.
Die Reise wird zu einem Abenteuer der besonderen Art. Ein dämonisches Unwetter in der Wüste, Kojoten beim Frühstück, eine Lebensrettung a la Hollywood, ein mörderischer Spaziergang, ein direkter Blick ins Mündungsfeuer eines Gewehres, ja sogar das Bestellen eines amerikanischen Frühstücks wird zur nervenaufreibenden Episode.Mir hat das Buch besonders gefallen, weil man viel über die USA erfährt und es mitunter recht lustig geschrieben ist.
Rezension vom 10.5.2006 von Frau Dr. van Nahl von der GEW
[…] Es ist ein umfangreicher Roman, den Barbara Kieper hier vorlegt. Zweifellos kann man diesen Roman als Begleitlektüre für den Englischunterricht empfehlen, vor allem in dem Jahr, in dem die USA auf dem Lehrplan stehen (also meist in Klasse 8 - Gymnasium).
[…] Der Leser kann sich mit der Familie auf eine Reise durch das Land begeben und wie in vielen Fällen den Wissenshorizont mit ihnen teilen, allen voran mit Björn, dem 13-jährigen Sohn, und seiner 10-jährigen Schwester Katrin. Sie alle machen sich auf den Weg in ein unbekanntes Land, mit dem Wissen über die USA, das die meisten hierzulande haben werden, mit allen verbreiteten positiven und negativen Vorurteilen. Barbara Kieper erzählt minutiös; man könnte Bilder und Stadtpläne danach entwerfen, und das beginnt bereits beim Abflug in Deutschland.
Wie die Familie, wird auch der Leser immer wieder mit seinem eigenen Amerikabild konfrontiert; an vielen Stellen bestätigt es sich, an anderen klaffen Vorstellung und Realität auseinander; man darf aber nie vergessen, dass es sich hier um einen erzählenden Roman handelt, nicht um ein Sachbuch, und zugrunde liegen die persönlichen Erfahrungen, die die Autorin selbst auf ihren Fahrten durch die Staaten gesammelt hat. Diese Subjektivität kommt des Öfteren zum Ausdruck, vor allem in der Gestalt der Mutter oder auch in der Person der Erzählerin. Beide werten bisweilen, lassen manchmal erkennen, wie primitiv und kindlich (um nicht zu sagen kindisch) sie amerikanische Verhaltensweisen finden (es sei aber erwähnt, dass insgesamt das vermittelte Bild vor allem durch die stetige Betonung der Freundlichkeit der Menschen dort sehr positiv ist);
[…] Neben der topographisch-kulturellen Beschreibung gibt es kurze Blicke auf die Geschichte oder die politische Situation, ohne dies allerdings zu vertiefen. Das liegt vor allem an der gewählten Erzählsituation, in der sich ja weitgehend ein Jugendlicher und ein Kind unterhalten, oft mit der Mutter, neben der der Vater mit seiner dauernden Erkältung eher blass bleibt.
[…] Insgesamt ist das Buch durchaus zu empfehlen, da es von vielen Einzelheiten berichtet, hinter denen persönliche Erfahrung steht und die man ganz sicher so nirgendwo in einem Reiseführer gelesen hätte. Es hält viele nützliche Tipps für die bereit, die in die USA gehen wollen, sei es in einem Urlaub, sei es für ein Austauschjahr in der Schule.
[…] Insgesamt stören Fehler in der Orthografie. Wer sich daran nicht stört, dem stehen einige Stunden guter Unterhaltung ins Haus, bei der man zugleich einiges über das Land der unbegrenzten Möglichkeiten lernt.
Dr. Astrid van Nahl
promovierte Literaturwissenschaftlerin und Anglistin
Rezensentin der GEW
Rezension vom 8.Juni 2006 von meiner Freundin Uschi, die seit Jahrzehnten in den USA lebt
Liebe Barbara,
Vielen Dank für Deinen lieben Brief. Besonders herzlichen Dank für das Buch, das mir meine Schwester mitgebracht hat. Sie hatte es bereits im Flugzeug gelesen. Ich bin noch mittendrin. Du kannst Dir denken, dass es für mich besonders interessant ist, weil wir ja überall dort waren, wo Ihr Euch herumgetrieben habt. Ich finde Deine Idee mit den Briefen von Onkel Willi besonders nett, weil die Kinder dadurch – ob sie wollen oder nicht – einen Teil der amerikanischen Geschichte kennen lernen. Nun musst Du den zweiten Band schreiben, nachdem Ihr mal ausführlich die Ostküste bereist habt, und dann den dritten mit einer Beschreibung des Südens. Das Buch ist sehr lebendig und frisch geschrieben und lässt keine Langeweile aufkommen. Herzlichen Glückwunsch!
Deine Uschi
Rezension vom 19.04.2006 von Ilona Boatin-Ruschenburg,
Engagierte Mutter in der Schulpflegschaft des Carl-Humann-Gymnasiums, Essen
Beim Lesen gefiel mir nicht nur die Handlung sondern vor allem die Art und Weise wie sie geschrieben ist. Amerika wird sozial, geographisch und geschichtlich verpackt in eine spannende Familienerzählung, bei der Humor nicht zu kurz kommt. Die Autorin schreibt im Stil unserer Zeit und gibt der Geschichte durch viel wörtliche Rede den entsprechenden Schwung. Ihre Landschaftsbeschreibungen sind präzise und so gefasst, dass der junge Leser nicht die Lust verliert weiter zu lesen. Die Personen der Handlung sind realistisch und der Leser kann sich vielleicht sogar in der einen oder anderen Person wieder finden.
Ich habe diese Buch vor meine Sohn gelesen und war begeistert.
Eine gelungene Story über das Land der unbegrenzten Möglichkeiten.